Holzmarkt


Holzmarktsituation Oktober 2018

Die Holzabfuhr ist seid Frühjahr 2018 höchst angespannt. Seit April läuft die Holzabfuhr immer schleppender. Grund ist die übermäßig gute Versorgungslage sämtlicher Sägewerke bis nach Kärnten, Österreich durch das Sturmwurfholz aus Mitteldeutschland via Bahnverladung und durch das Holz aus dem Käferanfall. Die Holzabfuhr dauert aktuell 6-8 Wochen. Eine Verbesserung der Abfuhrsituation ist bis Ende des Jahres nicht zu erwarten. Wahrscheinlich wird sie sich noch verschlimmern.

Die Ursachen hierfür sind zum einen der sehr aktive Borkenkäfer. Die warme, trockene Witterung der letzten Wochen hat dem Käfer den nötigen Schwung für die erste, teilweise extreme Schwärmwelle gegeben. Die daraus gefolgten Jungkäfer sind ausgeflogen.  Die Fangzahlen in den Käferfallen (nicht zur Käferbekämpfung geeignet) sind äußerst hoch. Zum anderen liegen in Mitteldeutschland mehrere Millionen Festmeter Holz aus Sturm Frederike im Januar 2018, welche derzeit zwangseingeschlagen werden.

Der durch Windwurf und Käferbefall übersättigte Holzmarkt hat als Konsequenz, dass keine schnelle Holzabfuhr möglich ist. Somit findet keine effektive Käferbekämpfung durch Holzabfuhr statt. Außerdem sind alternative Lagerplätze von 500m Entfernung vom nächsten Fichtenwald selten gegeben. Da stellt sich die Frage nach einer effektiven Käferbekämpfung für 2018. Was bleibt, ist die chemische Behandlung der Holzpolter durch sogenanntes Spritzen. Ein Sachkundenachweis und die entsprechende Schutzausrüstung ist Voraussetzung. Alternativ bleibt die Entrindung der Stämme. Für Langholz sind wir gerade dabei, dieses zu ermöglichen. Was jeder Waldbesitzer selbst unternehmen kann ist die Entrindung mit der Motorsäge und dem Anbaugerät "Eder Schälgerät. Dieses Gerät eignet sich zum Schälen von Baumstämmen. Dieses Anbaugerät ist für Motorsägen ab 2 PS geeignet. Anstelle des Sägeschwertes kommt der Schälkopfträger (www.grube.de/eder-schaelgeraet-anbaugeraet-10-060/). Die Entrindung ist mit diesem Gerät auch im Wald möglich.

Jeder Waldbesitzer ist für die Käferbekämpfung des über die WBV Passau zu vermarktetem Holz selbst verantwortlich. Dies gilt auch, wenn das Holz von uns bereits übernommen wurde. In einem gewissen Rahmen können wir Unternehmer beauftragen, die für sie die Bekämpfung durchzuführen.

Holzpolterplätze sind genau auszusuchen. Nicht geeignet für die Holzlagerung sind Wiesen und Äcker, welche in irgendeiner Form wirtschaftlich genutzt werden. Also nicht das Holz auf ihren Acker legen, den Sie dieses Jahr nochmal anbauen wollen oder die Wiese, die Sie dieses Jahr noch mähen wollen. Sie sollten sich grundsätzlich Gedanken machen, wo Sie in Zukunft das Holz lagern. Spezielle Holzlagerplätze, die ausschließlich der Holzpolterung dienen, sind zu schaffen. Diese dürfen nicht so angelegt sein, dass von Staat-, Kreis-, oder anderen öffentlichen Straßen aus aufgeladen werden muss.

Eine weitere Herausforderung stellt das Starkholz da. Nur wenige Säger in der Region schneiden diese Hölzer ein. Problem, diese Werke sind mehr als voll. Die Kriterien für dieses Holz entsprechend hoch (keine Tanne, nur wenig Äste, keine Fäule, kein Käferbefall). Und Sie haben’s bestimmt schon gewusst, die Holzabfuhr dauert trotzdem lang. Ziel ist nun diese Hölzer mit den Fixlängen ohne Abschlag an ausgewählte Sägewerke zu liefern. Um die Abfuhrzeiten der Fixlängen halbwegs im Rahmen zu halten, ist eine Trennung der Längen wichtig.

Die Aushaltungslängen incl. Übermaß sind 4,10 m oder 5,10 m. Der Zopf für Fixlängen ist weiterhin bei 20 cm mit Rinde. Wir bitten um separate Polterung der unterschiedlichen Längen der Fixlängen. 

Die Holzpreise sind im IV. Quartal 2018 nahezu gleich geblieben. Um halbwegs die benötigten Kontingente planen zu können, bitten wir Sie, Ihre Holzmengen frühzeitig anzumelden. Frischholzeinschlag ist auf den Winter zu verschieben.

 

Holzpolter 2016-10

Bei Fragen melden Sie sich bei Ihrer WBV Passau (08505/91919-0).

Bitte stellen Sie Holzmengen von mindestens 10Fm zusammen. Dies erleichtert die Holzabfuhr.

 

Schleifholzpreis

Schleifholz (Papierholz) kann weiterhin verkauft werden. Der Preis beträgt derzeit 32,00 Euro. Es sind Längen von 2 m, 3 m oder 4,5 m möglich. Jedoch sollten pro Länge mindestens 15 Rm zusammen kommen.

Derzeit empfehlen wir Längen von 2 m auszuhalten.


 

Kiefer

Kiefernpolter

Der Preis für Kiefernholz (Fixlängen) hängt vom Mittendurchmesser und der Qualität ab und liegt im Oktober 2018 für BC zwischen 35,- und 50,- Euro. Wunschlänge mit Übermaß ist 4,10m. Bei Anfall von größeren Mengen rufen sie uns bitte vor Einschlagsbeginn zwecks der Aushaltung an.


 

Laubholz

Die Laubholzsaison hat begonnen. Eichen können dieses Jahr wieder gut verkauft werden. Jedoch sollten geplante Hiebe auf den Herbst verschoben werden.

Für Eiche gelten folgende Längen: von 3,50 m, 4,00 m, 4,50 m und 5,00 m zzgl. 20 cm Übermaß ab einem Durchmesser von 35 cm m.R. können vermarktet werden. Auch astigere Stämme sind gesucht—der Stamm muß sägefähig sein.

Linden in einer Stärke von mindestens 40 cm und einer geringen Astigkeit sind gefragt.

Pappeln können mit einer Länge von 4,00 m zzgl. 20cm Übermaß verkauft werden. Der Durchmesser soll mindestens 30 cm m.R. betragen und der Stamm muß gerade sein. Mindestmenge pro Polterplatz 15 fm.

Buchen-Industrieholz ist relativ gut zu verkaufen.

Preise und aktuelle Aushaltungskriterien erhalten Sie bei Ihrer WBV Passau.


 

Unser Tipp: Durchforsten sie regelmäßig mit einem schwachen Eingriff ihre Wälder. Entnehmen Sie die zweitstärksten Bäume. Der Wertzuwachs und das Dickenwachstum der verbliebenen Bäume wird deutlich, bei einer Entnahme von nur wenigen Bäumen, ansteigen. Zudem erhöhen Sie die Stabilität ihres Waldes. Bei Fragen dürfen sie gerne ihre WBV (08505/1493) oder ihren staatlichen Förster anrufen (0851/955890).