Newsletter Juli 2019

 
 
  Newsletter n°44 - 10. Juli 2020  
 

 

 

 

 Informationsveranstaltung der WBV Passau

 

Mittwoch, den 07. August, um 17:00 Uhr

Jungbestandspflege und Waldumbau III

Treffpunkt: Sportplatz Hutthurm, von dort Weiterfahrt zum Wald.

 


 

  Förderung Insektizidfreie Bekämpfung des Borkenkäfers

 

 
 
  1. Was wird gefördert? Das Verbringen von Schadholz auf waldschutzwirksame Zwischenlager und das Entrinden von Schadholz bleiben förderfähig.

    o Die bisherige Förderung des Häckselns von nicht zur Vermarktung bestimmtem Material geht nun in der Maßnahme „Aufarbeitung Waldrestholz“ auf. Damit ist nun zusätzlich zum Häckseln auch das Verbrennen des Gipfelholzes, das Einarbeiten in Rückegassen durch Mulchen oder das waldschutzwirksame Zerstückeln der Gipfel mit der Motorsäge förderfähig. Falls keine gesonderte Holzmenge nachgewiesen wird, können 20 % des Stammholzes angesetzt werden.

    o Vollkommen neu ist die Fördermaßnahme „Vorbereitung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung“. Sie soll einen Teil der Mehrkosten abdecken, die beim Aufsuchen, Kennzeichnen, Aufarbeiten und Bringen – insbesondere bei zerstreutem Befall – entstehen. Die Maßnahme dient zur Vorbereitung der anderen Maßnahmen und ist daher nur in Kombination mit diesen förderfähig.
     
  2. Wie hoch ist die Förderung?
    Fast alle Maßnahmen werden mit 5 €/fm Schadholz gefördert.

    Beispiel 1: Ein Waldbesitzer hat einen Stammholzanfall von 100 fm, die auf einen waldschutzwirksamen Lagerplatz gebracht werden (100 fm x 5 €/fm = 500 €). Das Gipfelholz wird waldschutzwirksam zerkleinert. Hierfür bekommt er pauschal 20 fm (= 20 % der 100 fm Stammholz) als förderfähig anerkannt. Für die Gesamtmenge von 120 fm bekommt er das „Vorbereiten der Aufarbeitung“ gefördert (120 fm x 5 €/fm = 600 €). Dazu kommen noch 100 € für die Aufarbeitung des Waldrestholzes (20 fm x 5 €/fm), so ergibt sich ein Gesamtförderbetrag von 1200 € bzw. 12 € je fm Stammholz.

    Beispiel 2: Wegen der fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten wird das gesamte Schadholz gehäckselt. Die Menge des Holzes, das als „Aufarbeitung Waldrestholz“ gefördert wird, kann konkret in Schüttraummeter (srm) gemessen werden. Die srm müssen in fm umgerechnet werden, der Fördersatz beträgt dann – zusammen mit der „Vorbereitung der Aufarbeitung“ 10 €/fm.
     
  3. Bagatellgrenze: Erst ab einem Förderbetrag von mindestens 250 € kann ein Antrag bewilligt werden. Bei Inanspruchnahme aller Teilmaßnahmen reichen 21 fm Stammholz, wenn das Waldrestholz nicht aufgearbeitet wird braucht es 25 fm. Haben Sie weniger Schadholz, kann eine Förderung im Rahmen eines Sammelantrages erfolgen. Ansprechpartner wäre dann in der Regel die zuständige FBG/WBV.
     
  4. Waldschutzwirksame Lagerplätze: Bei einer Zwischenlagerung muss das Holz so weit vom nächsten Nadelholzbestand entfernt gelagert werden, dass ein Neueinbohren der ausfliegenden Käfer in gesunde Fichten verhindert wird. Dabei ist jedoch der allseits bekannte Abstand von 500 m zum nächsten Nadelholzbestand im Fördervollzug keine starre Grenze. Denn auch Faktoren wie Hauptwindrichtung oder Geländeausformung beeinflussen die Orientierung der Käfer. Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellen daher im Einzelfall fest, ob ein Lagerplatz als waldschutzwirksam anerkannt wird.
     
  5. Vermarktung des Holzes: Die Förderung soll keinen negativen Einfluss auf den ohnehin schon angespannten Holzmarkt haben. Daher werden nur Maßnahmen gefördert, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Holzvermarktung stehen. Bei der Aufarbeitung von Waldrestholz darf keine Vermarktung beabsichtigt sein! Lediglich eine Eigenverwertung des Waldrestholzes ist förderunschädlich. Da die Förderung nur die Mehrkosten der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung abmildert, muss ein Einbeziehen der Förderung bei der Holzpreisfindung klar zurückgewiesen werden.
     
  6. Die Antragstellung: Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung ist eine zeitgebundene Maßnahme. Bitte stellen Sie möglichst vor der Schadholzaufarbeitung, spätestens jedoch kurz nach Beginn der Aufarbeitung Ihren Förderantrag, damit die Waldschutzwirksamkeit festgestellt werden kann. Bereits fertiggestellte Maßnahmen, die keine nachträgliche Bewertung der Waldschutzwirksamkeit ermöglichen, sind nicht mehr förderfähig.

 

 Quelle: https://www.agrarheute.com/wochenblatt/feld-stall/wald/borkenkaefer-bekaempfen-gefoerdert-555559


 
   

 Baum des Jahres 2019

Die Flatterulme

 

 
 

Die Stiftung Baum des Jahres hat die Flatterulme (Ulmus leavis) zum Baum des Jahres 2019 ernannt. Der auch Rüster genannte Baum ist eine selten gewordene Baumart in Deutschland. Die Flatterulme wächst gern an Flüssen und in Auwäldern und verlor einen Großteil ihres Lebensraumes durch begradigte Flussläufe und trockengelegte Feuchtgebiete. In den vergangenen Jahren ist die wenig bekannte Baumart verstärkt in den Fokus gerückt, da sie deutlich widerstandsfähiger gegenüber dem Ulmensterben ist.

 

Die Biologie der Flatterulme
 
Der bis zu 35 Meter hohe Baum wächst in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt in den östlichen und nordöstlichen Regionen. Als gewässerbegleitende und Auwald Baumart bevorzugt die Flatterulme feuchte Standorte, verträgt aber auch trockenere Standorte. Sie ist weniger anspruchsvoll als die Bergulme, die Böden auf denen sie wächst, sollten dennoch nährstoff- und basenreich sein. Ihre Vorliebe für warme Standorte ist ein Vorteil bei den steigenden Temperaturen im Klimawandel. Trotz ihrer guten Frosthärte ist die Baumart selten in höheren Lagen zu finden.

Charakteristisch sind die am Grund asymmetrischen Blätter, die bis zu zwölf Zentimeter lang und sieben Zentimeter breit sind. Der Rand ist doppelt gesägt und die weiche Unterseite der Blätter stark behaart. Die Flatterulme ist ein Frühblüher. Ihre circa ein Zentimeter langen Blüten sind unscheinbar und blühen im März. Unter guten Bedingungen erreichen Flatterulmen ein Alter von bis zu 250 Jahren und mit etwas Glück auch ein paar Jahrzehnte mehr.

 
 
Baum des Jahres 2019: Die Flatterulme

Foto: A. Roloff

Die Krone der Flatterulme ist locker und die Rinde graubraun und längsrissig. Oft sind die Stämme von zahlreichen Stockausschlägen umgeben. Diese sterben zwar schnell ab, treiben aber jedes Jahr erneut aus. Dass die Flatterulme Überflutungen von bis zu 100 Tagen verträgt, verdankt sie auch ihren Brettwurzeln. Diese besondere Wurzelform ist typisch für Bäume des Regenwaldes und nur bei wenigen heimischen Bäumen zu beobachten.

Ulmensterben
 
Seit circa 100 Jahren dezimiert die Holländische Ulmenkrankheit die heimischen Ulmenbestände. Die Flatterulme ist glücklicherweise weniger durch das Ulmensterben bedroht als die anderen Ulmenarten. Dank ihrer Rindenstruktur und den Inhaltsstoffen in der Rinde ist die Flatterulme weniger attraktiv für den Kleinen und Großen Ulmensplintkäfer. Die beiden Arten bohren sich bis zum Holz der Ulmen vor und übertragen den Pilz, der für das Ulmensterben verantwortlich ist. Darüber hinaus verfügt die Flatterulme über eine gewisse Resistenz gegenüber dem gefährlichen Schlauchpilz.

Bei den anderen Ulmenarten breitet sich der Pilz über die Kanäle die beim Reifungsfraß der Käfer entstehen, in die Gefäße des Baumes aus. Er produziert ein Welketoxin das langsam den Baum absterben lässt. Nach vielen Versuchen und jahrzehntelangen Forschungen gibt es keine Hilfe für vom Ulmensterben betroffene Bäume. Auch die weitere Ausbreitung ist kaum aufzuhalten.

 

Weitere Informationen findet man hier auf der Seite der LWF

 

Quelle: https://www.baumpflegeportal.de/aktuell/baum-des-jahres-2019_flatterulme-ulmus-laevis/  

 

 
 


 

 

 

 
     
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